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Zurück zum Ex? Seite 2

Lassen Sie sich von Ihrem Umfeld nicht beeinflussen. Sie müssen die Entscheidung treffen und danach mit ihr leben. Wirklich objektiv würde die Beurteilung ohnehin nicht ausfallen, denn im Zeichen des Liebeskummers dürfte so manches böse Wort über den oder die Ex gefallen sein, was vermutlich nicht unbedingt zu einem gefestigten Stand der betreffenden Person in Ihrem Freundeskreis geführt hat. Das spricht zwar für deren Loyalität, aber nicht gerade für die uneingeschränkte Eignung als Berater in dieser Frage.

Sprechen Sie lieber mit Ihrem oder Ihrer (bald nicht mehr) Verflossenen. Klären Sie Ihre gegenseitigen Erwartungen, welche Chancen Sie der Beziehung einräumen und ob Sie beide wirklich dasselbe wollen. Eine zusammen verbrachte Nacht beispielsweise kann äußert unterschiedlich interpretiert werden und zu schmerzhaften Missverständnissen führen. Hier zählen ausnahmsweise Worte und nicht Taten.

Eine Krisensitzung über die Trennung gehört ohnehin zum Pflichtprogramm, denn deren Ursachen und Störfaktoren müssen thematisiert und aufgearbeitet werden. Ansonsten werden sie nach kürzester Zeit wieder auftreten und die ganze Mühe zunichtemachen. Und nichts auslassen. Etwas Wichtiges absichtlich zu verschweigen, nur um das Auflodern des Flämmchens nicht zu gefährden, entpuppt sich schnell als Eigentor.

In direkter Konsequenz sollten selbstverständlich auch Veränderungen stattfinden. Es nützt wenig, über den hungrigen Goldfisch zu debattieren, und ihn trotzdem nicht zu füttern. Bei der nächstbesten Gelegenheit wird er aus seinem Glas fliehen und nach einem besseren Plätzchen Ausschau halten.
Waren Sie beide vorher Helden der heimischen Couch, dann gehen Sie mehr unter Leute. Haben Sie Ihre Freizeit häufig getrennt verbracht, suchen Sie sich gemeinsame Hobbys. „Genossen“ Sie das Abendessen bislang mit eisernem Schweigen, teilen Sie die Erlebnisse des Tages miteinander.

Darüber hinaus gilt es, an den eigenen Schwächen die Schraube anzusetzen. Planen Sie am Wochenende mehr Zeit ein, statt die Karriere in den Vordergrund zu stellen. Erwarten Sie nicht jeden Tag ein Kompliment, beteiligen Sie sich stärker am Haushalt, lernen Sie besser zuzuhören oder versuchen Sie ganz allgemein auf die Bedürfnisse des anderen intensiver einzugehen. Veränderung beginnt vor der eigenen Tür.

Machen Sie jedoch keine Versprechungen, die Sie nicht halten können, und verlangen Sie im Gegenzug auch keine derartigen Schwüre. Es geht nicht darum sich selbst als Einzelperson aufzugeben, sondern lediglich darum, faire Kompromisse zu schließen und sich dabei ein Stück weit entgegenzukommen.
Der Vorsatz sollte nicht sein, zwanghaft eine oberflächlich betrachtet perfekte Partnerschaft zu führen, sondern lediglich eine Partnerschaft entstehen zu lassen, die für eine stabile Basis sorgt und ein langfristiges Bestehen ermöglicht.

Erwarten Sie aber nicht zu viel auf einmal. Risse zu kitten, den Motor zu reparieren und das Getriebe frisch einzustellen bedarf einer Menge Geduld. Winzige Schritte führen langsam doch stetig zum Ziel und bereits kleine Teilerfolge sollten gewürdigt werden. Wir lernen schließlich auch zunächst das Laufen und wagen uns dann erst an das Fahrradfahren heran. Das erspart blutige Knie und tränenreiche Abstürze.

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