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Zurück zum Ex?
Wir investieren in eine Beziehung viel Energie, Gefühl und eine Menge harter Arbeit. Kein Wunder, dass die Idee uns überhaupt nicht gefällt, dies könnte alles umsonst gewesen sein - und eine Trennung bedeutet eigentlich nichts anderes als genau das. Im ersten Moment regiert man deshalb wohl auch zunächst mit Unglauben und hofft, es wäre nur ein böser Traum, der sich auf wundersame Weise in Luft auflöst. Diese Trotzhaltung trägt allerdings meist keine Früchte und die Situation bleibt nach dem Klingeln des Weckers die Gleiche.
Üblicherweise steht dann eine Zeit ins Haus, die geprägt ist von Liebeskummer und der Erkenntnis, sich der Realität oder genauer dem definitiven Ende der Zweisamkeit stellen zu müssen. Also fügen wir uns mit mehr oder weniger Gegenwehr in unser Schicksal und akzeptieren das bevorstehende Singledasein.
Trotzdem erscheint während dieser Verarbeitungsphase wie auch danach der Gedanke, den alten Funken wieder aufflammen zu lassen, durchaus reizvoll. Schließlich kennen sich die Partner schon in und auswendig, die anfängliche Unsicherheit würde damit beinahe entfallen und einfach nach bewährtem Muster weiterzumachen klingt wesentlich bequemer, als wieder komplett von vorne anzufangen.
Hin und wieder werden unsere heimlichen Gebete sogar erhört und die Tür zurück zum Ex tut sich unerwartet tatsächlich auf. Der Liebeskummer ist blitzartig vergessen und wir sind bereit uns wieder kopfüber in das alte Abenteuer zu stürzen. Aber wie ein schlaues Sprichwort weiß, sollte man mit seinen Wünschen vorsichtig sein, sie könnten nämlich in Erfüllung gehen. Was will uns der Volksmund mit diesem Unkenruf sagen?
Frei übersetzt ließe er sich so interpretieren, dass gerade die auf den ersten Blick leichtesten Wege sich im Nachhinein gerne als besonders steinig erweisen. Das Scheitern einer Beziehung geschieht nicht aus heiterem Himmel. Im Vorfeld standen stets Konflikte, die ein Zusammensein ab einem gewissen Punkt unmöglich gemacht haben. Diese können vielschichtig sein. Mangelnde Kommunikation, zu unterschiedliche Interessen oder ein Auseinanderleben gehören dabei wohl zu den häufigsten Gründen. Sie verschwinden nicht wie Schnee im Sommer nur, weil es für alle Beteiligten angenehmer wäre.
Das soll keinesfalls bedeuten, Liebe würde keine zweite Chance verdient. Sie ist immer einen Kampf wert. Man muss sich dabei nur im Klaren sein, dass ein nahtloses Anknüpfen an gewohnte Muster einem Todesurteil für den Neustart gleichkommt. Es gilt den Partner von Grund auf wiederzuentdecken, sich langsam anzunähern und eine neue Basis zu schaffen. Die Rückkehr sollte deshalb auch nur aus wahrer Zuneigung und nicht aus der Angst vor dem Alleinsein stattfinden.
Vor allem muss die Frage zweifelfrei geklärt sein, ob der Liebste wirklich der Richtige ist. Menschen sind zwar in der Lage, an Ihren Fehlern zu arbeiten und sich zu entwicklen, allerdings werden Sie den Kern Ihres Charakters niemals ändern. Ein Haushaltsmuffel kann dazu gebracht werden sich am Abwasch zu beteiligen und eine Partymaus dazu, weniger Make-up aufzulegen. Einen Egoisten oder eine oberflächliche Zicke zu bekehren dürfte dagegen ein Ding der Unmöglichkeit sein.
Wer zu all dem breit ist und aus Überzeugung sagen kann, dass diese Beziehung das Wegstecken jedes emotionalen blauen Fleckes und jede Anstrengung zu Recht verdient, kann sich zuversichtlich an das Experiment „Zurück zum/zur Ex“ wagen. Einige gut gemeinte Tipps im Gepäck können trotz positiver Grundeinstellung dennoch nicht schaden, denn ein Spaziergang wird das Ganze sicherlich nicht:
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