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| Unerwiderte Liebe Seite 2 |
Gehen Sie Ihrem Schwarm, wann immer sich die Chance ergibt, aus dem Weg. Nehmen Sie einen anderen Bus zur Arbeit oder meiden Sie Orte, an denen Sie ihr oder ihm häufig begegnen. Im Rahmen einer Freundschaft dürfte dies nicht so leicht zu bewerkstelligen sein und es besteht natürlich die Gefahr, dass sie unter dieser Last zerbricht. Ein Risiko, das man nicht vollkommen ausschließen aber zumindest mit Diplomatie minimieren kann. Ziehen Sie sich also nicht wortlos zurück, sondern sprechen Sie Ihren Wunsch nach etwas Distanz und den Grund dafür an.
Sehen Sie in einer unerwiderten Liebe außerdem keinen persönlichen Fehler. Es ist keine Frage von Schuld oder der mangelnden Erfüllung von Erwartungen, wenn die Chemie zwischen zwei Menschen nicht stimmt. Einer leckt sich beim Anblick von Äpfeln verzückt die Lippen, einer eben nicht und dennoch würde niemand auf die Idee kommen, sie als minderwertiges Obst zu bezeichnen. Seien Sie also mit Stolz ein Apfel, daran ist absolut nichts verkehrt.
Falls Sie doch der Gedanke beschäftigt, lieber eine Birne sein zu wollen, schieben Sie ihn besser beiseite und holen sich stattdessen Selbstbestätigung. Gehen Sie aus, treffen Sie sich mit Familien und Freunden, legen Sie Wert auf ein gepflegtes Äußeres und schließen Sie neue Bekanntschaften. Man schätzt und liebt Sie aufgrund Ihrer einzigartigen Eigenschaften, Sie müssen das nur erkennen.
Es hat keinen Sinn sich mit Gewalt zu verbiegen, um auf Verdacht einem Anderen gefallen zu wollen. Vergessen Sie auch hirnverbrannte Ideen aus zweitklassigen Journalen, die mit dubiosen Tipps wie „Flirten Sie vor seinen/ihren Augen und wecken Sie damit sein/ihr Interesse“ lediglich hohe Verkaufzahlen anstreben. Sie sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden, und verschwenden kostbare Zeit, die im Höchstfall nur zu Peinlichkeiten führt.
Nutzen Sie die überschüssige Energie lieber für Sinnvolles. Wer seine Kraft auf den Job richtet, sich auf das Erreichen selbstgesteckter Ziele konzentriert oder das Leben auf andere Weise genießt, hat keine Zeit über das nachzugrübeln, was nicht ist. Man kann niemanden dazu zwingen, einen zu lieben, doch man kann sich selbst zwingen, den Hintern wieder aus dem Sessel zu erheben.
Und das hilft wirklich?
Sie mögen es im Moment nicht glauben, aber in nicht allzu weit entfernter Zukunft wird das Herz dem Kopf widerwillig recht geben und ebenfalls zu der Erkenntnis gelangen, dass es hier seine Mühe verschwendet. Der Liebeskummer verkrümelt sich in die finstere Ecke, aus der er eines Tages gekrochen kam und alles, was übrigbleibt, ist eine Anekdote über eine unerwiderte Liebe, die man seinen Enkeln abends am Kamin erzählt. Oder weniger romantisch ausgedrückt: Irgendwann hat sich die Sache gegessen.
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