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Tipps für Eltern
Tipps für Eltern liebeskranker Teenager

Kinder und Jugendliche entwickeln sich heute wesentlich schneller als noch vor einigen Jahren oder Jahrzehnten. Die Zeiten, in denen 13-jährige das andere Geschlecht mit kindlicher Abscheu betrachtet und im Höchstfall mit Spuckebällchen gewürdigt haben, sind längst vorbei. Die Themen Liebe und Beziehung beschäftigen sie bereits in diesem Alter sehr aktiv und verlangen ihnen eine Menge ab. Schließlich dürfte es schon schwer genug sein, die Pubertät alleine ohne größere Schäden hinter sich zu bringen.
Leider ist diese Botschaft meist nicht bis zu den Eltern vorgedrungen oder sie versuchen aus reiner Verzweiflung, diese Tatsache so lange wie möglich zu verdrängen. Umso verunsicherter sind Mütter und Väter dann, wenn sich ihr Nachwuchs plötzlich mit Liebeskummer in seinem Zimmer verkriecht und dem Weltschmerz freie Fahrt lässt.
Sicher möchte man sie in diesem Moment trösten, doch mit einem Lutscher und einigen aufmunternden Sprüchlein ist es eben nicht getan. Als Erwachsener, der nach offizieller Teenagermeinung ohnehin nichts versteht, bedarf es eines ausgeprägten Fingerspitzengefühls und gelegentlich eines dicken Fells, um hier etwas ausrichten zu können. Der folgende Schlachtplan sollte dabei nützliche Anregungen bieten:

Den absolut schlimmsten Fehler, den Sie machen können, ist, die Angelegenheit nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu behandeln. Jugendliche besitzen ein feines Gespür in dieser Hinsicht und werden sich völlig verschließen, wenn Sie die Probleme bewusst oder unbewusst als dramatisierte Spielerei abtun.
Jeder befindet sich doch zu Anfang in dem festen Glauben, diese eine Liebe würde für alle Ewigkeiten halten, egal ob eine Verlobung ins Haus stand oder es nie über das Händchenhalten hinausging. In diesem Punkt können sich Jungs und Mädchen ebenso irren wie Männer und Frauen – und warum sollte es den einen weniger wehtun als den anderen.

Vermeiden Sie daher vor allem kluge Sätze wie „Du bist noch jung und wirst dich noch oft verlieben“, „es schwimmen viele Fische im Teich“ oder „mit der Zeit kommt schon der/die Richtige“. Sie meinen es sicher gut, aber solche Ratschläge verfehlen eigentlich immer meilenweit ihr Ziel.
Wenn Sie sich an Ihren ersten oder zweiten Herzschmerz zurückerinnern, so wollten Sie garantiert auch keine derartigen Weisheiten hören und wurden dennoch damit gequält.

Erzählen Sie lieber offen über Ihre eigenen Erfahrungen. Eine kleine Geschichte über den pickligen Jungen, der vor 25 Jahren zugunsten eines Möchtegernrockers mit Mofa verlassen wurde oder über das Mädchen, dessen Freund mit seiner Familie wegziehen musste, sind wesentlich effektiver als jede aus dem Nähkästchen gezauberte Standardfloskel. Erfinden Sie nichts, sondern seien Sie einfach ehrlich.

Bieten Sie darüber hinaus ganz zwanglos das Gespräch an. Es hilft, zu wissen, dass ein geduldiges Ohr bei Bedarf zur Verfügung steht und sich jemand für die eigenen Probleme interessiert. Sie zeigen damit Verständnis und signalisieren, dass sie als Familie eine Gemeinschaft sind, die komme, was wolle zusammenhält. Das gibt Halt und Sicherheit.

Reagieren Sie aber nicht beleidigt, wenn sich ihr Kind nicht das Herz bei Ihnen ausschütten will, und üben Sie vor allem niemals Druck in diese Richtung aus. Keine Angst, in der Regel neigen Teenager nicht dazu, ihren Liebeskummer in sich hineinzufressen und im Stillen zu leiden. Vielleicht sind Sie nur gerade nicht der bevorzugte Ansprechpartner. Das eine oder andere Thema eignet sich nun einmal besser, um es mit seinen Freunden zu bequatschen.

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